Do. 22.10.2026 / 19:00
ISOP, DREIHACKENGASSE 2, 8020 GRAZ
Wie tritt Literatur Zensur, dem Vergessen, der Amnesie und der Propaganda entgegen? Die Werke von Don Mee Choi, Francesca Melandri und Makenzy Orcel wirken wie Zeitmaschinen. Diese drei Autor:innen kartographieren historische Traumata imperialer und kolonialer Natur. Choi widmet sich in ihrer dokumentarischen Lyrik vorzugsweise Themen wie militärischer Gewalt, US-Imperialismus und den Diktaturen in Südkorea. Francesca Melandri beleuchtet die (verdrängte) koloniale und faschistische Vergangenheit Italiens. Als Lyriker und Romanautor rückt Makenzy Orcel Menschen in den Fokus, die am Rande der Gesellschaft leben – sei es in Frankreich oder in Haiti, seiner von Naturkatastrophen und zyklischen politischen Krisen gezeichneten Heimat. Ausgehend von scheinbar nebensächlichen Ereignissen dekonstruieren alle drei die offiziellen Narrative der großen Geschichte.
LESUNGEN:
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- Don Mee Choi (US/ Südkorea)
- Francesca Melandri (Italien)
- Makenzy Orcel (Haïti)
- Hommage an Marie Vieux-Chauvet (1916–1973)
Moderation: Wolfgang Popp
Lesung auf Deutsch: Ninja Reichert
Dolmetscherinnen: Silvia Glatzhofer (Englisch), Alexandra Marics (Französisch)